Chronik plattdeutsch

Von Ingrid Kröner

De Chronik

Nei, bat es doch met diän Jaohren
iut diäm Madrigalchor waoren:
Teeist wäörn’t fe-iwe orrer sesse,
Sopran un Olt un en paar Bässe ...
En Tenor, nei, diän hän ve nit,
diän sang hoi sewes: Mester Schmidt.

Dat was en Künstler, kann’k ink seggen,
do dä hoi grä-uten Wärt op leggen.
Hoi saoch ä-uk as en Künstler iut
un woll met u-es ganz hä-uge riut.
Ä-uk kui-ede hoi wahn gelaoht
un streik sik se-inen Riuschebaort.

Owe se-in Insatt un Elan,
dei stak sä-u manken Sänger an,
un grötter waor de Sängerschaor
Wiäke üm Wiäke, Jaohr üm Jaohr.
Do sind ve dann sä-u met diän Jaohren
vettig, fiftig Sänger waoren.

Un se-ine Frau, dat well wat heiten,
konn u-es sä-u wunnerschoin wat floiten.
Ow kloin de Floite orrer grä-ut,
sei kannde sik met alle iut,
un be-i Konzerte trat iähr Tropp
van Floitenspi-ellers liuter op.

Op einmol was de Stadt u-es leid.
Se sächen u-es vör’n Kopp Bescheid,
me könn u-es nit män unnerhollen,
un wann ve vödder singen wollen,
möchen ve op eigene Foite staohn,
dann könn‘t villichte doch geraon.

Na gu-et, rutscht u-es diän Buckel runner,
ve-i maket sewes u-esen Plunner
un grünnet en Gesangvere-in.
Dat was wat, dat moch Schmidtken le-in.
De Satzung moch ganz vörni-em se-in
met Kunst un Titel un Late-in.

De Name was iähm ä-uk te butt:
collegium vocale, jo, dat lutt.
Un liuter högger woll hoi rop.
De Vörstand hält diän Diumen drop.
Doch kann me richtig grä-ute Saken
nit ohne grä-ute Mittel maken.

En grä-ut Konzert met em Orchester,
en eigen Werk van u-esem Mester –
sä-u gäng de Ära Schmit te Enne.
De Vörstand ringet all de Hänne:
Wo kritt me niu, taum Dunnerwiär,
en annern Dirigenten hiär?

Me kicket he-i-e un do sik üm,
do häört me in Mennen, do leip ennnen rüm,
doi wäör füör u-es gerade richtig;
en netten Käl ä-uk un nit sä-u wichtig.
Sä-u sind ve an Mester Breuer geraon,
un do wäörn ve richtig gu-et met beraon.

Niu wärd van Grund an opgebaut.
Ve-i singet schoin un nit blä-uß laut.
Konzerte nit mäh as 1, 2mol im Jaohr,
gu-et präpareiert – ve-i maket u-es raor.
In de Te-idung steiht dann bre-it un lang,
de Chor wäör niu op diäm richtigen Strang.

Im Chor het ve vi-elle klauke Lui,
owe en paar ganz klauke sind ä-uk debe-i:
Jeiden Denstag te kummen, dat briuket dei nit,
2, 3mol vörm Konzert, dann sind dei all fit
un schlaott dann noch diäm Dirigenten vör,
wat füör u-esen Chor gu-et un richtig wäör.

Män gu-et, dat et ä-uk en paar dösige gi-et!
Dei briuket de Proben, süss könnt dei dat nit.
Dei mött jeiden Denstag fle-itig lään,
wat dei annern all könnt. I-ek gloiwe’t jo gän.
Owe dei dä et si-eker gu-et bat nützen,
wann de Klauken se dobe-i unnerstützen.

Un Jaohr üm Jaohr geiht drüöwer int Land.
Herr Breuer dirigeiert met si-ekerer Hand.
Konzerte villichte 1, 2mol im Jaohr,
akrot gesungen, de Iutspraoke klaor –
en Iutflug ä-uk mol hen un we-i-er,
Geburtsdags- un Silwerhochte-itsfe-i-er,

en Driäppen met Bruay-Büssi-e-i-e,
mol wäörn ve-i do, mol wäörn dei he-i-e,
un dei Versammlung einmol im Jaohr,
ne knappe Stunne, dann was all alls klaor.
Kuortüm: Et was ne gelungene Te-it:
Koin Ärger, koin Fechen we-it un bre-it.

Dat Dumme es: in all diän Jaohren
sind ve gehörig öller waoren.
Un vi-elle packet all de Frust,
se het taum Chor nit länger Lust.
Sä-u süht me manges li-ege Re-igen,
un junget Volk es nit te kre-igen.

Dat es dei Null-Bock-Generatiä-un.
Niu geiht Herr Breuer noch in Pensiä-un.
Oh Här, bat niu? No all dei Jaohr
staoht ve niu we-i-er buom ohne do.
Niu sall u-es wuoll nix üöwer ble-iwen
as gau en annern optedre-iwen.

No Mennen richet me we-i-er diän Blick,
do hän ve jo all einmol Glück.
Un ke-ik, wo’t bri-ennt es ä-uk en Brand(t),
un diän treckt ve-i u-es fottens an Land.
Hoi geiht do an de luthersche Kiärke
me Kiärkenmusik wahne te Werke.

Un vi-elle Jaohr het ve niu Mester Brandt
un läät van iähm liuter noch allerhand.
Wann ve-i moint, ve-i süngen all wahne schoin,
mennt hoi, et könn noch wat biätter se-in.
Gerade vörm Konzert straohlt hoi Riuhe iut –
i-ek denke, binnen süht‘t ganz anners iut.

Un grä-ute Werke het ve all sungen
met de Kantorei, dat es gu-et gelungen
un maok u-es alle ä-uk wahnen Spass,
weil dotüschen ne gu-ede Verbinnung was.
Un ve-i wi-ett ä-uk: Sä-u grä-ute Saken
können ve doch alloine nit maken.

Sä-u könn et noch vi-elle Jaohr vödder gaohn.
Un u-ese Chor sall noch lange bestaohn!
Gewiss wärde ve olt, doch het ve ä-uk läät:
En gu-edet Training es wahne vi-ell wät.
Un daut ve dann lessens ä-uk öller klingen:
Et mäket u-es Spass, ve-i hollt u-es am Singen.

Ingrid Kröner